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Ein Grund für die abfällige Reaktion unseres Bundeswirtschaftsministers zu Guttenberg auf die eindeutig sehr erfolgreiche Petition ist wohl der Fakt das sie “im Internet” stattfindet. Das “Volk” muss ja vor diesem “Internet” geschützt werden. Vor dem modernen Sodom & Gomorrha, wo Kinderpornos und Raubkopien zu Hause sind. Dem Hort der Urheberrechtsverletzung. Dem Ding vor dem Jugendliche sitzen die dann Amok laufen.

Wenn man auf der Strasse demonstriert ist das “Demokratie”. Im Internet scheint es etwas anderes zu sein. “Im Internet” wird leider auch von den Zeitungen als Floskel benutzt die über die Petition berichten. “Sitz nicht solange vor dem Rechner, geh mal raus”. Genau. “Das Leben ist draußen”. Internet = Realitätsverweigerung.

Ich versuche ja sogar mich in die Sichtweise dieser Befürworter der Internetsperren reinzudenken – nur komme ich da nicht weit: sind die einfach nur dumm? Oder schlecht beraten, also irgendwie auch dumm? Oder wissen sie genau worum es geht, was bedeuten würde das es um etwas anderes geht. Jedenfalls nicht um den “Kampf gegen Kinderpornographie”.

Natürlich ist das unterschreiben so einer Petition im Netz einfach. Ich weiss nicht einmal wie das früher war, vor “dem Internet”. Wunderbar – so erreicht mich die Demokratie endlich auf eine Art in der ich mich beteiligen möchte. Trotzdem ist das nicht gleichzusetzen mit einem “Like”-Button bei Facebook & Co. Andererseits – wenn auf diese Art mehr Menschen zu einer Meinungsäusserung zu bewegen sind, wird das eine äusserst interessante Zukunft. Demokratie 2.0. Fehlen nur noch Politiker 2.0.

zeit.de – wie man eine generation verliert

logbu.de – zeitungsartikel zur zensurdebatte

Petition

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